Die Diakonie und die Folgen des Angriffskrieges auf die Ukraine

Informieren, stärken, Solidarität sichern

Die Folgen des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine wirkten 2023 nach. Die Pandemie, die Bedrohung des Krieges, die folgende Energiekrise und materielle Sorgen hinterließen tiefe Spuren bei den Menschen. Neben einem Anstieg existenzieller Notlagen verzeichneten die Sozial- und Schuldnerberatungsstellen vermehrt psychische Erkrankungen und höheren Bedarf an psychosozialer Beratung.

Mit umfassenden Entlastungspaketen zielten Bund und Länder auf die Stärkung der Sozial- und Gesundheitsinfrastruktur, die Unterstützung der Bürger:innen im Bereich Energiekosten/-schulden und auf den Erhalt von Wohnraum durch Mietenstopp und Kündigungsverzicht. Information und Beratung der Träger zu den beschlossenen Maßnahmen und die Durchführung von Veranstaltungen z.B. zu Wohngeldreform und Kindergrundsicherung nahmen großen Raum in unserer Arbeit in Berlin und Brandenburg ein.

In Berlin führte der Landesverband diverse Aktivitäten zur Stärkung und Vernetzung der Sozialberatung durch und beteiligte sich am »Netzwerk der Wärme« des Berliner Senats, einem Instrument zum Ausbau der solidarischen Infrastruktur. Gemeinsam mit der Landeskirche stellte die Diakonie mit dem »#wärmewinter« kurzfristig eine finanzielle Hilfestruktur zur Verfügung, durch die zahlreiche Aktionen von warmen Mahlzeiten bis zur Kältehilfe für Obdachlose möglich wurden.

Die Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine und anderen Ländern stellte unsere Aufnahmestrukturen auch 2023 vor große Herausforderungen. Politische Stimmungsmache gegenüber Schutzsuchenden nahm deutlich zu. Pat:innenprogramme, Begleitung bei Behördengängen und das Seelsorgetelefon Doweria waren beherzte Antworten diakonischer Träger. 2023 endeten die ersten von der Diakonie Katastrophenhilfe finanzierten Ukraine-Nothilfeprojekte. Wir unterstützten die Träger bei der Suche nach Anschluss­finanzierungen.

Für gutes Ankommen und Bleiben ist neben dem Schulplatz für die Kinder auch der Weg in Arbeit zentral. Unsere in Kooperation mit dem Dienstgeberverband angebotene Fortbildung zur erfolgreichen Einstellung geflüchteter Menschen traf auf ebenso großes Interesse wie die zur langfristigen Aufenthaltssicherung für Schutzsuchende aus der Ukraine.

Neben der Unterstützung der Hauptamtlichen ist die Stärkung der Freiwilligen ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Flüchtlingshilfe. Gemeinsam mit dem Koordinator der Landeskirche für die Arbeit mit ukrainischen Geflüchteten führte das DWBO regelmäßig Informations- und Austausch­runden durch.

Judith Körber und Katharina Müller
Arbeitsbereich Existenzsicherung und Integration